Prinzip der analytischen Fortsetzung

Es wird der Fall betrachtet, daß die Konvergenzkreise K0 um z0 und K1 um z1 zweier Potenzreihen

(14.49a)

ein gewisses Gebiet gemeinsam haben (s. Abbildung) und daß in diesem gilt

(14.49b)

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Dann sind die beiden Potenzreihen die zu den Punkten z0 und z1 gehörenden TAYLOR-Entwicklungen ein- und derselben analytischen Funktion . Die Funktion f1(z) heißt analytische Fortsetzung der nur in K0 definierten Funktion f0(z) in das Gebiet K1 hinein.

Beispiel

Die geometrischen Reihen mit dem Konvergenzkreis um z0 = 0 und mit dem Konvergenzkreis um haben jede in ihrem Konvergenzkreis und in dem gemeisamen (in der Abbildung doppelt schraffierten) Konvergenzgebiet dieselbe für analytische Funktion f(z)=1/(1-z) als Summe. Daher ist f1(z) analytische Fortsetzung von f0(z) aus K0 in K1 hinein (und umgekehrt).

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