Es sei eine BOOLEsche Algebra und
eine Menge BOOLEscher Variabler. Jede Konjunktion bzw. Disjunktion, in der jede Variable oder ihre Negation genau einmal vorkommt, heißt Elementarkonjunktion bzw. Elementardisjunktion (in den Variablen
).
Es sei ein BOOLEscher Ausdruck. Eine Disjunktion D von Elementarkonjunktionen mit D=T heißt kanonisch disjunktive Normalform (KDNF) von
Eine Konjunktion K von Elementardisjunktionen mit K=T heißt kanonisch konjunktive Normalform (KKNF) von
Um zu zeigen, daß sich jede BOOLEsche Funktion f durch einen BOOLEschen Ausdruck darstellen läßt, wird zu der in der folgenden Tabelle gegebenen Funktion f die KDNF konstruiert:
x | y | z | f(x,y,z) |
0 | 0 | 0 | 0 |
0 | 0 | 1 | 1 |
0 | 1 | 0 | 0 |
0 | 1 | 1 | 0 |
1 | 0 | 0 | 0 |
1 | 0 | 1 | 1 |
1 | 1 | 0 | 1 |
1 | 1 | 1 | 0 |
Die KDNF zur BOOLEschen Funktion f besteht aus den Elementarkonjunktionen Diese Elementarkonjunktionen gehören zu den Belegungen b der Variablen, die bei f den Funktionswert 1 haben. Ist in b eine Variable v mit 1 belegt, so wird v in die Elementardisjunktion aufgenommen, andernfalls
Für das obige Beispiel lautet die KDNF:
![]() |
(5.336) |
Die duale Form zur KDNF ist die KKNF: Die Elementardisjunktionen gehören zu den Belegungen b der Variablen, die bei f den Funktionswert 0 haben. Ist in b eine Variable v mit 0 belegt, so wird v in die Elementardisjunktion aufgenommen, andernfalls Somit lautet die KKNF für das obige Beispiel:
![]() |
(5.337) |
Die KDNF und die KKNF zu f sind eindeutig bestimmt, wenn man eine Reihenfolge der Variablen und eine Reihenfolge der Belegungen vorgibt, z.B. wenn man die Belegungen als Dualzahlen auffaßt und der Größe nach ordnet.