Generische Eigenschaften von ebenen Systemen, Hamilton-Systeme

Für ebene Differentialgleichungen ist die Menge aller strukturstabilen Systeme aus offen und dicht in . Strukturstabile Systeme sind für die Ebene also typisch. Typisch ist also auch, daß jeder Orbit eines ebenen Systems aus X1+(U) für wachsende Zeiten gegen eine endliche Anzahl von Ruhelagen und periodischer Orbits geht. Quasiperiodische Orbits sind nicht typisch. Unter bestimmten Voraussetzungen bleiben aber bei HAMILTON-Systemen quasiperiodische Orbits bei kleinen Störungen der Differentialgleichung erhalten. HAMILTON-Systeme sind also keine typischen Systeme.

Beispiel

Gegeben sei im das HAMILTON-System (in Winkel-Wirkungsvariablen)


wobei die HAMILTON-Funktion H0(j1,j2) analytisch ist. Offenbar hat dieses System die Lösungen


mit Konstanten , wobei und von c1 und c2 abhängen können. Die Beziehung (j1,j2) = (c1,c2) definiert einen invarianten Torus . Es wird nun anstelle von H0 die gestörte HAMILTON-Funktion


betrachtet, wobei H1 analytisch und ein kleiner Parameter sei.
Das Theorem von KOLMOGOROV-ARNOLD-MOSER (KAM-Theorem) sagt in dieser Situation aus, daß, falls H0 nichtdegeniert ist, d.h. gilt, für hinreichend kleine im gestörten HAMILTON-System die Mehrzahl der invarianten nichtresonanten Tori nicht verschwindet, sondern nur leicht deformiert wird. Mehrzahl ist in dem Sinne zu verstehen, daß das LEBESGUE-Maß der bezüglich der Tori gebildeten Komplementmenge gegen Null geht, wenn gegen 0 geht. Ein oben definierter Torus, charakterisiert durch und , heißt nichtresonant, wenn es eine Konstante c > 0 gibt, so daß für alle positiven ganzen Zahlen p und q die Ungleichung gilt.