Es soll die Orientierung eines die Erde umkreisenden künstlichen Satelliten bestimmt werden. Ansatz: Die Fixsterne werden als unendlich fern angenommen, deshalb ist die Richtung von der Erde und vom Satelliten zum Fixstern gleich (s. folgende Abb.). Alle Unterschiede in den Messungen sind einzig und allein auf die unterschiedlichen Koordinatensysteme und damit auf die unterschiedlichen Orientierungen der Koordinatensysteme zurückzuführen.
Es sei der Einheitsvektor, der den i-ten Fixstern aus dem festen Koordinatensystem anvisiert und
der Einheitsvektor zum gleichen Fixstern im Koordinatensystem des Satelliten. Die relative Rotation der beiden Koordinatensysteme kann durch eine Einheitsquaternion
beschrieben werden:
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(4.218) |
Werden mehrere Fixsterne anvisiert, so sind die Daten durch Messfehler überlagert und die Lösung wird als Kleinste-Quadrate-Lösung bestimmt, d.h. als Minimum von
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(4.219) |
da und
Einheitsvektoren sind. Da die Einheitsquaternionen
eine LIE-Gruppe sind, kann man die kritischen Punkte aus
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(4.220) |
von Q2 gewinnen:
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(4.221) |
Da und
reine Quaternionen sind und deshalb
usw. gilt, vereinfacht sich das Funktional zu
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(4.222) |
Da hier beliebig ist, verschwindet der Ausdruck, wenn gilt
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(4.223) |
Es sei die Rotationsmatrix, die durch die Einheitsquaternion h repräsentiert wird, d.h.
Mit der 3 x 3 Matrix
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(4.224) |
zum Vektor gilt für jeden Vektor
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(4.225) |
Daher ergeben sich die kritischen Punkte des Minimierungsproblems aus
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(4.226) |
mit Zerlegt man
in eine symmetrische 3 x 3-Matrix
und eine Rotationsmatrix
d.h.
dann erhält man 4 Lösungen. Zunächst die Lösung
aber auch
wobei
die Rotationsmatrix der Rotation um
um den j-ten Einheitsvektor von
ist. Die Kleinste-Quadrate-Lösung, die
minimiert, ist
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(4.227) |
wobei die Rotation um
um den betragsmäßig kleinsten Eigenvektor von
ist.