Sei ein Maßraum und p eine reelle Zahl
. Für eine meßbare Funktion f ist |f|p ebenfalls meßbar, so daß
definiert (und möglicherweise gleich ) ist. Eine meßbare Funktion
heißt zur p-ten Potenz integrierbar, p-fach integrierbar oder p-fach summierbar, wenn
gilt oder, äquivalent dazu, wenn |f|p integrierbar ist.
Für jedes p mit bezeichnet man mit
oder
oder ganz ausführlich mit
die Menge aller zur p-ten Potenz bezüglich
auf
summierbaren Funktionen, wobei für p=1 die vereinfachte Bezeichnung
vereinbart wird und für p=2 die Funktionen quadratisch summierbar heißen.
Mit bezeichnet man die Menge aller meßbaren
-f.ü. beschränkten Funktionen auf
und definiert das wesentliche Supremum einer Funktion f als
Mit den üblichen Operationen für meßbare Funktionen und unter Berücksichtigung der Ungleichung von MINKOWSKI für Integrale ist für alle
ein Vektorraum und
eine Halbnorm auf
. Mit der Vereinbarung,
zu schreiben, wenn
-f.ü. gilt, wird
sogar ein Vektorverband. Zwei Funktionen
nennt man äquivalent (oder deklariert man als gleich), wenn
-f.ü. auf
. Auf diese Weise werden Funktionen, die
-f.ü. übereinstimmen, identifiziert. Somit gewinnt man (mittels Faktorisierung der Menge
nach dem linearen Teilraum Np-1(0)) eine Menge von Äquivalenzklassen, auf die kanonisch die algebraischen Operationen und die Ordnung übertragen werden können, so daß sich wieder ein Vektorverband ergibt, der jetzt mit
oder
(und entsprechend ausführlicher) bezeichnet wird. Seine Elemente heißen nach wie vor Funktionen, obwohl sie in Wirklichkeit Klassen äquivalenter Funktionen sind.
Von Bedeutung ist nun, daß auf
eine Norm ist (
steht dabei für die aus der Funktion f hervorgegange Äquivalenzklasse, die im weiteren einfach wieder mit f bezeichnet wird), und
für alle p mit
ein BANACH-Verband mit vielen guten Verträglichkeitsbedingungen zwischen Norm und Ordnung, bei p=2 mit
als Skalarprodukt sogar ein HILBERT-Raum wird (s. [12.15]).
Häufig wird für eine meßbare Teilmenge der Raum
betrachtet. Seine Definition bereitet wegen Schritt 5 bei der Einführung des Integrals aber keine Schwierigkeiten.
Die Räume ergeben sich auch als
Vervollständigung (s. auch Abschnitt BANACH-Räume) des mit der Integralnorm versehenen nichtvollständigen normierten Raumes
aller stetigen Funktionen auf der Menge
(s. [12.21]).
Sei eine Menge von endlichem Maß, d.h.
, und gelte für p1, p2 die Beziehung
. Dann gelten
und mit einer nicht von x abhängenden Konstanten
für
die Abschätzung
, wobei
die Norm des Raums
bezeichnet.