Homogene Markoffsche Ketten

Hängen bei einer MARKOFFschen Kette mit endlichem Zustandsraum die Übergangswahrscheinlichkeiten (16.111) nicht von der Zeit ab, d.h., es gilt

(16.113)

dann spricht man von einer homogenen MARKOFFschen Kette. Zu einer homogenen MARKOFFschen Kette mit dem endlichen Zustandsraum gehört daher die Übergangsmatrix

(16.114a)

mit

  (16.114b)
  (16.114c)


Wegen der Unabhängigkeit von t stellt pij die Übergangswahrscheinlichkeit vom Zustand i in den Zustand j während einer beliebigen Zeiteinheit dar.
Beispiel

Die Anzahl der belegten, von einer Telefonzentrale abgehenden Leitungen kann durch eine homogene MARKOFFsche Kette modelliert werden. Zur Vereinfachung wird angenommen, daß nur zwei Leitungen vorhanden sind. Es gibt also die Zustände . Die Zeiteinheit sei z.B. 1 Minute. Für die Übergangsmatrix pij wird die folgende Belegung angenommen:


In der Matrix (pij) erhält man die 1. Zeile für . Demzufolge ist das Matrixelement p12=0,3 (2. Zeile, 3. Spalte) die Wahrscheinlichkeit dafür, daß zur Zeit tm zwei Leitungen belegt sind, falls zur Zeit tm-1 eine Leitung belegt war.

Hinweis: Jede quadratische Matrix vom Typ (N,N) mit den Eigenschaften (16.114b, 16.114c) wird als stochastische Matrix bezeichnet. Ihre Zeilenvektoren heißen stochastische Vektoren.
Bei einer homogenen MARKOFFschen Kette hängen zwar die Übergangswahrscheinlichkeiten nicht von der Zeit ab, aber die Verteilung der Zufallsgrößen Xt zu einem Zeitpunkt t ist durch die Wahrscheinlichkeiten

(16.115a)

mit

(16.115b)

gegeben, da sich der Prozeß zum Zeitpunkt t mit Sicherheit in irgend einem der Zustände befindet. Die Wahrscheinlichkeiten (16.115a) können zu dem Wahrscheinlichkeitsvektor

(16.116)

zusammengefaßt werden. Der Wahrscheinlichkeitsvektor ist ein stochastischer Vektor. Er beschreibt die Verteilung auf die Zustände der homogenen MARKOFFschen Kette zum Zeitpunkt .