Regula falsi

1. Vorschrift der Regula falsi:
Zur Lösung der Nullstellengleichung f(x)=0 verfährt die Regula falsi nach der Vorschrift
(19.10)

d.h., sie benutzt nur Funktionswerte und geht aus dem NEWTON-Verfahren (19.6) dadurch hervor, daß die Ableitung f'(xn) durch den Differenzenquotienten von f(x) zwischen xn und einem vorhergehenden Näherungswert ersetzt wird.

2. Konvergenz der Regula falsi:
Das Verfahren (19.10) konvergiert sicher, wenn man m jeweils so wählt, daß f(xm) und f(xn) verschiedene Vorzeichen haben. Ist bei fortgeschrittener Iteration die Konvergenz bereits gesichert, so wird sie beschleunigt, wenn man ohne Rücksicht auf die Vorzeichenbedingung xm = xn-1 setzt.
Beispiel


Falls sich im Verlaufe der Rechnung die Werte nur noch unwesentlich ändern, kann auf ihre Neuberechnung verzichtet werden.

3. Geometrische Interpretation:
Die geometrische Interpretation der Regula falsi ist in der folgenden Abbildung dargestellt:

Bild

Die Grundidee der Regula falsi besteht in der lokalen Approximation der Kurve y = f(x) durch eine Sekante.

4. Steffensen-Verfahren:
Durch Anwendung der Regula falsi mit xm = xn-1 auf die Gleichung läßt sich häufig die Konvergenz wesentlich beschleunigen oder im Falle sogar erzwingen. Diese Vorgehensweise ist unter dem Namen STEFFENSEN-Verfahren bekannt geworden.
Beispiel

Zur Lösung der Gleichung mit Hilfe des STEFFENSEN-Verfahrens soll die Gleichung benutzt werden.