Schiefe Parallelprojektion

Bei der schiefen Parallelprojektion schneiden die Projektionsstrahlen die Ansichtsebene in einem Winkel (s. Abb.).

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In der Abb. ist die schiefe Projektion des Punktes in den Punkt und die orthogonale Projektion in den Punkt P'0 veranschaulicht. L ist die Länge der projizierten Strecke . Die Projektion wird durch zwei Größen charakterisiert. gibt an, mit welchem Faktor senkrecht zur Projektionsebene stehende Strecken skaliert werden. ist der Winkel, den projizierte senkrechte Strecken mit der x-Achse bilden. Die Projektionsvorschrift lautet

(3.496)
(3.497)

Falls die Projektion in eine andere als die x,y-Ebene erfolgen soll, ist vor der Anwendung der Projektionsmatrix eine Koordinatentransformation in das Ansichtssystem vorzunehmen (s. Ansichtskoordinatensystem).

Beispiel Kavalierprojektion

des Einheitswürfels mit und d=1 bzw. . Senkrecht zur Projektionsebene verlaufende Strecken werden nicht verkürzt abgebildet (s. Abb.).

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Die 4 nicht in der x,y-Ebene liegenden Eckpunkte des Würfels werden in die Spalten einer Matrix eingetragen. Die Multiplikation dieser Matrix mit der Projektionsmatrix ergibt die Koordinaten der projizierten Punkte:


Beispiel Kabinettprojektion

des Einheitswürfels mit und d =1/2 bzw. . Senkrecht zur Projektionsebene verlaufende Strecken werden auf die halbe Länge verkürzt abgebildet (s. Abb.).

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Die Koordinaten der Projektionen der 4 nicht in der x,y-Ebene liegenden Eckpunkte des Würfels erhält man aus