Seien wie im vorhergehenden Abschnitt und
. Unter der Voraussetzung der Differenzierbarkeit von T in jedem Punkt der Menge D ist ein Operator
definiert, der jedem
das Element
zuordnet. Der Operator T' sei auf D stetig (in der Operatornorm); in diesem Falle sagt man, T ist stetig differenzierbar auf
. Die Menge D enthalte eine Lösung x* der Gleichung
Weiter sei nun vorausgesetzt, sowie daß für jedes
der Operator T'(x) stetig invertierbar ist, also [T'(x)]-1 in
liegt. Für ein beliebiges Element
vermutet man wegen (12.194), daß die Elemente T(x0)=T(x0) - T(x*) und T'(x0)(x0 - x*) nahe beieinander liegen und demzufolge die Lösung der linearen Gleichung, also (unter den gemachten Voraussetzungen)
das gesuchte Element x* approximiert. Auf diese Weise konstruiert man, ausgehend von , die sogenannte NEWTONsche Näherungsfolge
Die Begründung für das beschriebene Vorgehen wird durch eine Reihe von Sätzen, die sich im Allgemeinheitsgrad oder in der Anpassung an spezielle Situationen der gemachten Voraussetzungen unterscheiden, geliefert, von denen exemplarisch nur der folgende zitiert werden soll, aus dem die wesentlichen Eigenschaften und Vorteile des Verfahrens erkennbar werden:
Es gibt zu eine Kugel
, so daß alle xn in B liegen und die NEWTONsche Folge zur Lösung x* von (12.196) konvergiert. Darüber hinaus gilt
.
Das modifizierte NEWTON-Verfahren erhält man, wenn man in der Formel (12.198) stets den Operator [T'(x0)]-1 anstelle von [T'(xn)]-1 benutzt. Für weitere Abschätzungen der Konvergenzgeschwindigkeit, und zur (im allgemeinen sensiblen) Abhängigkeit des Verfahrens vom Startpunkt x0 s. [12.7], [12.13], [12.15], [12.21].
Beispiel Jacobi- oder Funktionalmatrix | ||||||
Sei auf einer offenen Menge
Falls für die Koordinatenfunktionen
Die Ableitung F'(x) ist eine Matrix vom Typ
bezeichnet und bei der Lösung verschiedener (häufig innermathematischer) Probleme eingesetzt wird. |