Beim Glattheitsverlust und Zerfall eines Torus spielen die Eigenschaften invarianter Kurven der POINCARÉ-Abbildung eine wichtige Rolle. Stellt man die POINCAR´E-Abbildung in Polarkoordinaten dar, so erhält man unter gewissen Voraussetzungen losgekoppelte Abbildungen der Winkelvariablen als aussagefähige Hilfsabbildungen auf dem Einheitskreis. Diese sind im Falle glatter invarianter Kurven (linke Abbildung) umkehrbar und im Falle nichtglatter Kurven (rechte Abbildung) nicht umkehrbar.
Eine Abbildung mit
, die das dynamische System
erzeugt, heißt äquivariant. Jeder solcher Abbildungen läßt sich auch eine Abbildung auf dem Einheitskreis mit
zuordnen. Dabei ist
, wenn für die Äquivalenzklasse
die Beziehung
gilt. Man bezeichnet F als eine von f geliftete Abbildung. Offenbar ist diese Zuordnung nicht eindeutig.
Im Gegensatz zur obigen Formel (17.85) ist
Beispiel |
Sind |
![]() |
(17.87) |
läßt sich durch die Transformation auf das System
mit überführen. Mit
liegt eine äquivariante Abbildung vor, die die Standardform der Kreisabbildung erzeugt.
Der Orbit von (17.85) ist genau dann ein q-periodischer Orbit von (17.86) in
, wenn er ein p/q-Zyklus von (17.85) ist, d.h., wenn eine ganze Zahl p existiert, so daß
gilt. Die Abbildung
heißt orientierungstreu, wenn es eine zugehörige geliftete Abbildung F gibt, die monoton wachsend ist. Ist F aus (17.85) ein monoton wachsender Homöomorphismus, so existiert für jedes
der Grenzwert
, und dieser Grenzwert hängt nicht von x ab. Es kann deshalb der Ausdruck
definiert werden. Ist
ein Homöomorphismus und sind F sowie
zwei von f geliftete Abbildungen, so gilt
, wobei k eine ganze Zahl ist. Aufgrund der letzten Eigenschaft läßt sich die Rotationszahl (oder Windungszahl)
eines orientierungstreuen Homöomorphismus
als
definieren, wobei F eine beliebige von f geliftete Abbildung ist.
Ist in (17.86) ein orientierungstreuer Homöomorphismus, so hat die Rotationszahl folgende Eigenschaften (s. [17.11]):
Satz von Denjoy: Ist ein orientierungstreuer C2-Diffeomorphismus und ist die Rotationszahl
irrational, so ist f topologisch konjugiert zu einer reinen Drehung, deren geliftete Abbildung
lautet.