Direkte Produkte

1. Definition des direkten Produktes
Es seien A und B Gruppen, deren Gruppenoperation (z.B. Addition oder Multiplikation) mit bezeichnet sein soll. Im kartesischen Produkt A x B (5.64a) kann man durch die folgende Vorschrift eine Operation * einführen:
(5.101a)

Damit wird A x B zu einer Gruppe, die das direkte Produkt von A und B genannt wird.
Mit (e,e) wird das Einselement von A x B bezeichnet, und (a-1,b-1) ist das inverse Element zu .
Für endliche Gruppen A,B gilt

(5.101b)

Die Gruppen bzw.  sind zu A bzw. B isomorphe Normalteiler von
Das direkte Produkt ABELscher Gruppen ist wieder abelsch.
Für zyklische Gruppen gilt: Das direkte Produkt zweier zyklischer Gruppen A, B ist genau dann zyklisch, wenn der größte gemeinsame Teiler der Gruppenordnungen gleich 1 ist.

Beispiel A

Mit Z2={e,a} und Z3={e,b,b2} wird Z2 x Z3={(e,e),(e,b),(e,b2),(a,e),(a,b),(a,b2)} eine zu Z6 isomorphe Gruppe, die u.a. von (a,b) erzeugt wird.

Beispiel B

Andererseits ist Z2 x Z2={(e,e),(e,b),(a,e),(a,b)} nicht zyklisch. Diese Gruppe der Ordnung 4 wird auch KLEINsche Vierergruppe genannt und beschreibt die Deckabbildungen eines Rechtecks.

2. Basissatz für ABELsche Gruppen
Da die Bildung des direkten Produktes eine Konstruktion ist, mit der aus kleineren  Gruppen größere  gewonnen werden, entsteht umgekehrt die Frage, wann lassen sich große Gruppen G als direktes Produkt kleinerer Gruppen A,B darstellen, d.h., wann ist G isomorph zu A x B ? Für ABELsche Gruppen gibt darüber der sogenannte Basissatz Auskunft:
Jede endliche ABELsche Gruppe ist als direktes Produkt zyklischer Gruppen von der Primzahlpotenzordnung darstellbar.