Gemäß (5.145) spannen die Komponenten des Bahndrehimpulsoperators die LIE-Algebra so(3) der Drehgruppe SO(3) auf, so daß sich eine Funktion
bei infinitesimalen Drehungen mit dem Winkel
um die z-Achse gemäß
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(5.162) |
transformiert. Da alle infinitesimalen Generatoren nicht untereinander kommutieren,
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(5.163) |
erhält man für den Rang von so(3) den Wert , d.h., in so(3) kann eine Basis so gewählt werden, daß höchstens einer der drei Generatoren durch eine Diagonalmatrix dargestellt wird. Als Standardbasis wird im allgemeinen
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(5.164) |
eingeführt, wobei die Leiteroperatoren sind.
Nach dieser Basistransformation gelten für die Elemente der neuen Basis
Der Raum, in dem die Wurzeln und Gewichte der LIE-Algebra so(3) dargestellt werden können, ist eindimensional . Gemäß (5.165a) besteht das System der Wurzelvektoren aus
.
Die Gewichte m der inäquivalenten irreduziblen Darstellungen von so(3) (und damit von SO(3)) sind ganzzahlig und unterscheiden sich um 1. Das höchste Gewicht einer irreduziblen Darstellung von so(3) sei , der zugehörige Eigenvektor wird mit
bezeichnet. Die Eigenvektoren zu möglichen anderen Gewichten erhält man durch sukzessive Anwendung des Leiteroperators E- auf
bis der Eigenvektor zu m =-l erreicht ist
. In jedem Schritt wird das Gewicht gemäß (5.161) reduziert von m auf
. Das Gewichtsdiagramm einer irreduziblen Darstellung Dl von SO(3) mit dem höchsten Gewicht
besteht also aus allen Punkten
auf der Zahlengeraden (s. obige Abbildung).
Die Darstellung ist damit 2l+1-dimensional. Die Basisvektoren im Darstellungsraum sind die Eigenfunktionen des Operators
der z-Komponente des Bahndrehimpulses zum Eigenwert
,
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(5.166) |
so daß die Gewichte m der irreduziblen Darstellung von SO(3) physikalisch die möglichen Meßwerte für die Projektion des Bahndrehimpulses auf die Quantisierungsachse (z-Achse) bedeuten (Richtungsquantelung). Da der CASIMIR-Operator
mit allen Generatoren kommutiert,
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(5.167) |
sind die Funktionen auch Eigenfunktionen zum Quadrat des Drehimpulsoperators. Die Eigenwerte sind
:
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(5.168) |
Die Zahl , die die irreduzible Darstellung von SO(3) spezifiziert, legt also noch den Betrag
des Drehimpulses
fest.
Bei endlichen dreidimensionalen Drehungen um die EULERschen Winkel
transformieren sich die Funktionen
untereinander gemäß
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(5.169) |