In Übereinstimmung mit der Definition des Grenzwertes einer Zahlenfolge und einer Reihe konvergiert die Reihe (7.67) in einem gegebenen Gebiet, wenn für eine beliebige Zahl eine ganze Zahl N derart angegeben werden kann, daß die Ungleichung
für alle n > N erfüllt ist. Für Funktionenreihen können dabei zwei Fälle unterschieden werden:
Beispiel A |
Die Reihe |
mit der Summe ex konvergiert für alle Werte von x. Die Konvergenz ist hier für jedes beliebige endliche Gebiet von x gleichmäßig, und es gilt für |x|<a und unter Benutzung des Restgliedes nach der Formel von MACLAURIN für die Reihe die Ungleichung
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(7.72b) |
Da (n + 1)! schneller als an+1 wächst, wird der Ausdruck auf der rechten Seite der Ungleichung für hinreichend großes , das unabhängig von x ist, kleiner als
. Für die gesamte Zahlengerade gibt es hier allerdings keine gleichmäßige Konvergenz: Wie groß man n auch immer wählt, es wird sich stets eine Zahl x derart finden lassen, daß
größer ist als ein beliebiges vorgegebenes
.
Beispiel B |
Für alle x-Werte im abgeschlossenen Intervall [0,1] konvergiert die Reihe |
da in Übereinstimmung mit der Schlußfolgerung aus dem Kriterium von D'ALEMBERT gilt:
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(7.73b) |
Die Konvergenz ist aber ungleichmäßig, weil
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(7.73c) |
gilt und, wie groß auch immer n gewählt wird, stets ein hinreichend kleines x gefunden werden kann, für das (1-x)n+1 beliebig nahe bei 1 liegt, d.h. nicht kleiner als ist. Gleichmäßige Konvergenz liegt im Intervall
aber mit der Einschränkung 0<a<1 vor.
gleichmäßig, wenn es eine konvergente Reihe mit konstanten Gliedern
gibt, so daß für alle x-Werte in diesem Gebiet die Ungleichung
erfüllt werden kann. Man nennt dann (7.74b) eine Majorante zur Reihe (7.74a).