Normalform oder kanonische Form

Zur Transformation der Differentialgleichung (9.88a) in die Normalform der linearen partiellen Differentialgleichungen 2. Ordnung gibt es die folgenden Möglichkeiten:

1. Transformation in die Normalform
Die Differentialgleichung (9.88a) kann durch die Einführung neuer unabhängiger Veränderlicher
(9.90a)

in Übereinstimmung mit dem Vorzeichen der Diskriminante (9.88b) auf eine der folgenden drei Normalformen gebracht werden:

= (9.90b)
= (9.90c)
= (9.90d)


Glieder, die keine partiellen Ableitungen 2. Ordnung der unbekannten Funktion enthalten, sind durch Punkte angedeutet.
2. Transformation in die Normalform (9.90b) beim hyperbolischen Typ
Wenn im hyperbolischen Fall zwei Charakteristikenscharen als Koordinatenlinienscharen im neuen Koordinatensystem (9.90a) gewählt werden, d.h., wenn für die Gleichungen der Charakteristikenscharen mit gesetzt wird, dann geht (9.88a) über in
(9.90e)

Diese Form heißt ebenfalls Normalform der Differentialgleichung vom hyperbolischen Typ. Von hier gelangt man zur Normalform (9.90b) mit Hilfe der Substitution

(9.90f)
3. Transformation in die Normalform (9.90c) beim parabolischen Typ
Für die Schar wird die einzige in diesem Falle gegebene Charakteristikenschar gewählt, wobei für eine beliebige Funktion von x und y gewählt werden kann, die aber nicht von abhängen darf.
4. Transformation in die Normalform (9.90d) beim elliptischen Typ
Wenn die Koeffizienten A(x,y),B(x,y),C(x,y) analytische Funktionen sind, dann definiert die Gleichung der Charakteristiken im elliptischen Falle zwei konjugiert komplexe Scharen von Kurven . Wird gesetzt, dann geht die Gleichung in die Normalform (9.90d) über.