Halbordnung
Bereits am Beispiel des mit dem ersten Quadranten als Kegel
geordneten Vektorraumes
wird eine typische Erscheinung in geordneten Vektorräumen ersichtlich, auf die mit den Begriffen Halbordnung oder teilweise bereits hingewiesen wurde, nämlich, daß nicht beliebige zwei Vektoren vergleichbar sein müssen. Die aus den Vektoren x=(1,-1) und y=(0,2) gebildeten Differenzen, also die Vektoren x-y=(1,-3) und
, liegen nicht in
, so daß weder
noch
gilt. Die durch einen Kegel in einem Vektorraum eingeführte Ordnung ist also lediglich eine teilweise oder partielle. Es läßt sich zeigen, daß die Relation
die folgenden Eigenschaften besitzt:
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(12.26) |
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(12.27) |
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(12.28) |
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(12.29) |
Man nennt diese Gleichungen Axiome des geordneten Vektorraumes. Umgekehrt, ist ein Vektorraum
mit einer Ordnungsrelation versehen, d.h. für gewisse Paare seiner Elemente ist eine binäre Operation
erklärt, die den Axiomen
bis
genügt, dann setzt man
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(12.30) |
und kann zeigen, daß
ein Kegel ist. Die jetzt durch
in
einführbare Ordnung
ist identisch mit der vorhandenen Ordnung
; folglich sind die beiden aufgezeigten Möglichkeiten der Einführung einer Ordnung in einem Vektorraum äquivalent.
Ein Kegel
heißt erzeugend, wenn jedes Element
als x = u-v mit
dargestellt werden kann. Man schreibt dafür auch
-
.
Beispiel A |
Die Ordnung im Raum wird durch den Kegel
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(12.31) |
(s. Beispiel C) eingeführt. In den Folgenräumen, betrachtet man die natürliche koordinatenweise Ordnung. Sie ergibt sich mit Hilfe des Kegels, den man in einem solchen Raum als Durchschnitt von K (s. (12.31)) mit dem jeweiligen Raum erhält. Die positiven Elemente in diesen geordneten Vektorräumen sind dann jeweils die Folgen mit nichtnegativen Gliedern. Selbstverständlich können auch andere Kegel und damit auch von der natürlichen Halbordnung verschiedene Ordnungen in diesen Räumen betrachtet werden (s. [12.20], [12.22]).