Gegeben sei die Differentialgleichung (17.61) mit und
. Die JACOBI-Matrix Dxf(0,0) habe den Eigenwert
und n-1 Eigenwerte
mit Re
. Für die reduzierte Differentialgleichung (17.63) gelte
und
. Die TAYLOR-Zerlegung von F nahe (0,0) führt auf die verkürzte Normalform (ohne Glieder höherer Ordnung, s. [17.1])
mit den Parametern und
. Die Menge
stellt im erweiterten Phasenraum eine Fläche dar und wird Falte genannt (s. Abbildung).
Im weiteren sei . Die nicht hyperbolischen Ruhelagen von (17.70) werden durch das Gleichungssystem
definiert und liegen auf den Kurven S1 und
, die durch die Menge
bestimmt werden und zusammen eine Spitze (cusp) bilden (s. linke Abbildung.).
Bei ist die Ruhelage 0 von (17.70) stabil. Das Phasenporträt von (17.61) nahe
, z.B. für
und
ist für
ein dreifach zusammengesetzter Knoten (s. mittlere Abbildung) und für
ein dreifach zusammengesetzter Sattel (s. rechte Abbildung) (s. auch [17.13]).
Beim Übergang von in das Innere des Gebietes 1 (s. linke Abbildung) spaltet sich die nicht hyperbolische Ruhelage 0 von (17.61) vom Typ eines zusammengesetzten Knotens in drei hyperbolische Ruhelagen (zwei stabile Knoten und ein Sattel) auf (superkritische Gabel-Bifurkation). Im Falle des zweidimensionalen Phasenraumes von (17.61) sind die Phasenporträts in der mittleren und rechten Abbildung zu sehen.
Beim Durchqueren des Parameterpaares von aus 1 in 2 bildet sich eine zweifach zusammengesetzte Ruhelage vom Sattelknoten-Typ, die sich anschließend aufhebt. Eine stabile hyperbolische Ruhelage verbleibt.
Für (17.61) gelte , und die Matrix Dxf(0,0) habe die beiden Eigenwerte
und n-2 Eigenwerte
mit Re
. Die reduzierte zweidimensionale Differentialgleichung (17.63) sei topologisch äquivalent zum ebenen System
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(17.71) |
Dann findet auf der Kurve eine Sattelknoten-Bifurkation statt. Auf
entsteht beim Übergang aus dem Gebiet
in das Gebiet
durch eine HOPF-Bifurkation ein stabiler Grenzzyklus und auf
existiert für das Ausgangssystem eine Separatrixschleife (s. Abbildung), die im Gebiet 3 in einen stabilen Grenzzyklus bifurkiert (s. [17.1], [17.17]).
Diese Bifurkation ist von globaler Natur und wird als Entstehung eines einzigen periodischen Orbits aus dem homoklinen Orbit eines Sattels oder Auflösung einer Separatrixschleife bezeichnet.
Für (17.61) seien die Voraussetzungen der HOPF-Bifurkation mit erfüllt und die zweidimensionale reduzierte Differentialgleichung habe nach einer Koordinatentransformation in Polarkoordinaten die Normalform
. Das Bifurkationsdiagramm (s. Abbildung) dieses Systems enthält die Linie
, deren Punkte HOPF-Bifurkationen repräsentieren (s. [17.1]).
Im Gebiet 3 existieren zwei periodische Orbits, von denen einer stabil, der andere instabil ist. Auf der Kurve verschmelzen diese beiden nicht hyperbolischen Zyklen in einen zusammengesetzten Zyklus, der im Gebiet 2 verschwindet.