Gegeben sei das System (17.61) mit und
. Betrachtet wird ein periodischer Orbit
von (17.61) bei
mit den Multiplikatoren
und
. Das Bifurkationsverhalten der POINCAR´E-Abbildung nahe 0 wird durch die eindimensionale Abbildung (17.74) mit Ac = -1 beschrieben, von der die Normalform
angenommen werden soll. Die Ruhelage x = 0 von (17.76) ist für kleine stabil und für
instabil. Die zweite iterierte Abbildung
hat bei
außer x =0 noch die beiden stabilen Fixpunkte
, die keine Fixpunkte von
sind. Demzufolge müssen sie Punkte der Periode 2 von (17.76) sein.
Allgemein formuliert, kommt es in einer C4-Abbildung (17.74) zur Entstehung eines zweiperiodischen Orbits bei , wenn folgende Bedingungen erfüllt sind (s. [17.2]):
![]() |
(17.77) |
Da wegen auch
ist, sind damit für die Abbildung F2 die Bedingungen für eine Gabel-Bifurkation formuliert.
Die Eigenschaften der Abbildung (17.76) implizieren für die Differentialgleichung (17.61), daß sich bei von
ein stabiler periodischer Orbit
mit etwa doppelter Periode abspaltet (Periodenverdopplung), wobei
seine Stabilität verliert (s. Abbildung).
Beispiel |
Die logistische Abbildung |
gegeben. Die Abbildung besitzt nach [17.9] folgendes Bifurkationsverhalten: Für hat (17.78) die Ruhelage 0 mit dem Einzugsgebiet
. Für
besitzt (17.78) die instabile Ruhelage 0 und die stabile Ruhelage
, wobei letztere das Einzugsgebiet (0,1) besitzt. Bei
wird die Ruhelage
instabil und zerfällt in einen stabilen 2periodischen Orbit. Beim Wert
wird auch der 2periodische Orbit instabil und durch einen stabilen 22-periodischen Orbit ersetzt. Die Periodenverdopplung setzt sich fort, und es entstehen stabile 2q-periodische Orbits bei
. Numerische Untersuchungen belegen für
die Konvergenz
.
Bei liegt ein Attraktor F vor, der FEIGENBAUM-Attraktor, der die Struktur einer CANTOR-ähnlichen Menge hat. In beliebiger Nähe des Attraktors liegen Punkte, die nicht in den Attraktor, sondern auf instabile periodische Orbits iteriert werden. Der Attraktor F hat dichte Orbits und eine HAUSDORFF-Dimension
. Andererseits liegt keine sensitive Abhängigkeit von den Anfangszuständen vor. Im Bereich
existiert eine Parametermenge A mit positivem LEBESGUE-Maß, so daß für
das System (17.78) einen chaotischen Attraktor positiven Maßes besitzt. Die Menge A ist von Fenstern durchsetzt, in denen Periodenverdopplung auftritt.
Das Bifurkationsverhalten der logistischen Abbildung ist auch in einer Klasse von unimodalen Abbildungen, d.h. von Abbildungen des Intervalls I in sich, die in I ein einfaches Maximum besitzen, zu finden. Obwohl die Parameterwerte , bei denen Periodenverdopplung auftritt, für verschiedene solche unimodale Abbildungen sich voneinander unterscheiden, ist die Konvergenzrate, mit der diese Parameter gegen den jeweiligen Wert
streben, gleich:
, wobei
die FEIGENBAUM-Konstante ist (C hängt von der konkreten Abbildung ab). Gleich sind auch die HAUSDORFF-Dimensionen der Attraktoren F bei