Beispiel Membranschwingungsgleichung

Beschreibung der Schwingungen einer runden, am Rande eingespannten Membran.
Die Differentialgleichung ist linear, partiell und vom hyperbolischen Typ. Sie hat in kartesischen Koordinaten bzw. in Polarkoordinaten die Form

(9.101a)
(9.101b)

Die Anfangs- und Randbedingungen lauten

(9.101c)
(9.101d)
(9.101e)

Zur Lösung wird die Methode der Variablentrennung verwendet. Einsetzen des Produktansatzes für die drei Variablen

(9.101f)

in die Differentialgleichung in Polarkoordinaten liefert

(9.101g)

Daraus ergeben sich in Analogie zu den vorangegangenen Beispielen Saitenschwingungsgleichung und Stabschwingungsgleichung die folgenden Differentialgleichungen:

(9.101h)
(9.101i)

bzw.

(9.101j)

Aus den Bedingungen folgt

(9.101k)

Aus und U(R) =0 werden U und bestimmt. Berücksichtigung der selbstverständlichen Bedingung der Beschränkung von für und Substitution von ergibt

(9.101l)

wobei Jn die BESSELschen Funktionen sind mit und . Das Funktionensystem

(9.101m)

mit als k-te positive Nullstelle der Funktion Jn(z) ist ein vollständiges System aller Eigenfunktionen des selbstadjungierten Problems vom STURM-LIOUVILLEschen Typ, die orthogonal mit dem Gewicht sind.
Die Lösung der Aufgabe wird in der Gestalt der Doppelreihe

U =  
    (9.101n)


angesetzt. Aus den Anfangsbedingungen folgt für t =0
(9.101o)
(9.101p)

woraus sich ergibt

(9.101q)
(9.101r)

Im Falle n =0 ist die im Zähler stehende 2 durch eine 1 zu ersetzen. Zur Bestimmung der Koeffizienten cnk und dnk wird durch in den Formeln für ank und bnk ersetzt und mit multipliziert.